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Abrechnungsprozess
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🍐 Artikel 9: Alltagsbegleitung abrechnen wie ein Profi: Ein Praxis-Guide fĂŒr neue Begleiter:innen

📅 07. MĂ€rz 2026 ‱ ⏱ Lesezeit: ca. 15 Minuten ‱ đŸ‘€ PEAR Team

Hinweis: Wenn du bereits Erfahrungen mit den AbrechnungsmodalitĂ€ten hast und die rechtlichen Details kennst, kannst du auch ĂŒber das Inhaltsverzeichnis direkt zu Kapitel 8 springen, oder einfach runterscrollen.

Alltagsbegleitung abrechnen wie ein Profi: Ein Praxis-Guide fĂŒr neue Begleiter:innen. Wer gerade frisch in den Beruf der Alltagsbegleitung startet, merkt schnell: Die eigentliche Arbeit mit den Menschen ist das Schönste – aber ohne saubere Verwaltungsarbeit entsteht schnell leichtes, allmĂ€hlich zunehmendes Chaos. Gerade die Abrechnung mit der Pflegekasse ist hierbei besonders sorgfĂ€ltig zu erledigen; denn ohne eine gewissenhafte Abrechnung fließt kein Geld.

Dieser Beitrag fĂŒhrt dich Schritt fĂŒr Schritt durch alle wichtigen Punkte: Entlastungsbetrag, Anerkennung, Vollmachten, Abtretung und Rechnungen. Und er ist so geschrieben, dass du ihn direkt als „Mini-Handbuch“ nutzen kannst.

Da es sehr viel zu beachten gilt, ist dieses Kapitel unseres PEAR-Blogs wohl das bisher umfangreichste. FĂŒr rauchende Köpfe und aufsteigende Fragezeichen entschuldigen wir uns daher schon jetzt vorauseilend. ;-)

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Mit Hilfe einer vertrauenswĂŒrdigen Verwaltungssoftware-Branchenlösung kann man heutzutage durch Automatisierung einiges vereinfachen oder sogar komplett automatisch im Hintergrund abarbeiten lassen.

FĂŒr selbststĂ€ndige Alltagsbegleitende und kleine Teams bietet sich daher die All-In-One-Lösung PEAR-APP an, da diese vorrangig auf deren BedĂŒrfnisse abgestimmt ist.

Im letzten Kapitel (8) erklĂ€ren wir dir, wie PEAR deinen gesamten Rechnungsausgang organisiert und wie unsere Software dich darĂŒber hinaus im Abrechnungsprozess unterstĂŒtzen kann.

1. Grundlagen: Was ist der Entlastungsbetrag?

PflegebedĂŒrftige mit Pflegegrad 1–5, die zu Hause leben, haben Anspruch auf einen zusĂ€tzlichen Entlastungsbetrag von 131 € pro Monat (frĂŒher 125 €). Dieser Topf ist zweckgebunden fĂŒr „Angebote zur UnterstĂŒtzung im Alltag“ nach § 45a/45b SGB XI – also genau das Feld, in dem du als Alltagsbegleiter:in unterwegs bist. Wichtige Punkte:

  • Der Betrag gilt fĂŒr alle Pflegegrade 1–5 gleichermaßen.
  • Nicht genutzte BetrĂ€ge können ins Folgejahr ĂŒbertragen und bis 30. Juni des Folgejahres verbraucht werden (danach verfĂ€llt der Rest).
  • ZusĂ€tzlich können ab Pflegegrad 2 bis zu 40% der Pflegesachleistungen in weiteres AZUA-Budget umgewandelt werden, wenn der Pflegedienst-Topf nicht voll ausgeschöpft wird.

FĂŒr dich heißt das: Es gibt fĂŒr fast alle pflegebedĂŒrftigen Menschen mit Pflegegrad ein festes Budget, aus dem deine Leistungen bezahlt werden können.

2. Wer darf ĂŒberhaupt mit der Pflegekasse abrechnen?

Ganz wichtig: Nur weil du „Alltagsbegleiter:in“ bist, heißt das noch nicht, dass du automatisch mit der Pflegekasse abrechnen darfst. Es kommt auf zwei Ebenen an:

  • Landesrechtliche Anerkennung als Angebot zur UnterstĂŒtzung im Alltag (AZUA)
  • Jedes Bundesland hat eigene Regeln, wie Angebote zur UnterstĂŒtzung im Alltag anerkannt werden.
  • Das passiert ĂŒber Landesbehörden wie z. B. Landesamt fĂŒr Pflege (Bayern), Bezirksregierung (NRW), Landesamt Soziales (Niedersachsen) oder Senatsverwaltungen (Berlin).
  • Typische Anforderungen: Qualifizierungskurs (z. B. 20–40 Unterrichtseinheiten Betreuung/Pflegebasiswissen). FĂŒhrungszeugnis, Haftpflichtversicherung, einfaches Konzept (Was machst du? FĂŒr wen? Wie dokumentierst du?).
  • Ergebnis ist ein Anerkennungsbescheid/Registrierung, aus dem hervorgeht, dass du AZUA-Leistungen nach § 45a SGB XI erbringen darfst.
  • Nachbarschaftshilfe (vereinfachtes Modell)
  • In vielen LĂ€ndern gibt es eine vereinfachte „Nachbarschaftshilfe“, bei der Einzelpersonen mit kurzem Kurs und Registrierung bei Kasse/Land auch ohne großen TrĂ€ger abrechnen dĂŒrfen.
  • Hier gelten oft Stundengrenzen (z. B. max. 30–40 Std./Monat) und Höchst-StundensĂ€tze (meist 5–12 €/Std. je nach Bundesland).

Fazit: Berufsabschluss allein reicht nicht. Ohne Anerkennung/Registrierung kannst du den Entlastungsbetrag in der Regel nicht direkt mit der Kasse abrechnen. Du brauchst mindestens: Anerkennung nach Landesrecht ODER Registrierung als Nachbarschaftshelfer:in.

3. Wie kommst du an Infos zu Budget & Leistungen des Klienten?

Wegen Datenschutz darf die Pflegekasse keine Leistungs- und Budgetdaten einfach so an dich rausgeben. Auch nicht, wenn du „nur helfen willst“.

Vollmacht / Auskunftsvollmacht

Damit du bei der Kasse nachfragen darfst, braucht es: Eine Vollmacht oder Auskunftsvollmacht, in der der Klient dich oder deinen Dienst ausdrĂŒcklich berechtigt, Informationen bei der Pflegekasse einzuholen und ggf. AntrĂ€ge zu stellen oder Bescheide entgegenzunehmen.

Viele Kassen haben eigene Formulare („Vollmacht Pflegekasse“, „Auskunftsvollmacht“), die der Klient unterschreibt und an die Kasse schickt. Mit so einer Vollmacht kannst du z. B. abklĂ€ren: Welcher Pflegegrad vorliegt. Wie viel Entlastungsbetrag im aktuellen Jahr schon verbraucht wurde. Ob bereits andere Dienste aus dem Entlastungsbetrag abrechnen.

Wichtig fĂŒr dein Onboarding: Du kannst mit dem Klienten schon Termine machen und Leistungen erbringen, bevor die Vollmacht zurĂŒck ist (Anspruch besteht ja automatisch bei Pflegegrad). Aber du solltest offen kommunizieren: Wenn das Budget schon teilweise verbraucht ist, können Eigenanteile entstehen.

4. Onboarding-Flow: So startest du mit neuen Klient:innen

Ein praxistauglicher Ablauf, den du spÀter in deiner App nachbilden kannst:

  • ErstgesprĂ€ch / Kennenlernen: Pflegegrad prĂŒfen (Bescheid zeigen lassen). Wohnsituation klĂ€ren: hĂ€usliche Pflege ja/nein. Grob erklĂ€ren, wie Entlastungsbetrag funktioniert und dass du darĂŒber abrechnen kannst.
  • Erste Termine planen: Ersten Einsatz gleich als Alltagsbegleitung / haushaltsnahe Hilfe aus Entlastungsbetrag planen (innerhalb der 131 € plus evtl. Umwidmung). Du fĂ€ngst an zu leisten, auch wenn der genaue Reststand noch nicht bekannt ist.
  • Beim 1.–2. Termin FormalitĂ€ten erledigen: Vollmacht/Auskunftsvollmacht fĂŒr Pflegekasse ausfĂŒllen lassen. Ggf. AbtretungserklĂ€rung (s. unten), wenn du direkt mit der Kasse abrechnen willst. Deine Anerkennungsunterlagen kurz erlĂ€utern, damit der Klient Vertrauen hat („Ich bin offiziell anerkannt, das ist der Bescheid“).
  • Ab dann: Rhythmus finden: EinsĂ€tze und Stunden sauber dokumentieren. Monatlich einen Leistungsnachweis erstellen und unterschreiben lassen. Abrechnen (direkt mit Kasse oder ĂŒber Kostenerstattung).

5. Wie sieht eine korrekte Rechnung/Leistungsnachweis aus?

Was die Kasse inhaltlich braucht, ist kein „Fantasie-Rechnungsdesign“, sondern ein Leistungsnachweis, der folgende Infos enthĂ€lt (oft mit Landesformularen vorgegeben): Pflichtinhalte:

  • Daten des Klienten: Name, Adresse, Geburtsdatum, Versichertennummer, Pflegekasse, Pflegegrad.​
  • Deine Daten: Name/Firma, Adresse, Kontaktdaten, Bankverbindung, Anerkennungsnummer oder IK (falls vorhanden).
  • Leistungszeitraum: z. B. „01.04.2026–30.04.2026“.
  • Einzelne EinsĂ€tze: Datum, Uhrzeiten (von–bis), Dauer in Stunden, Art der Leistung (z. B. „Alltagsbegleitung / Haushaltshilfe nach § 45a SGB XI“), Stundensatz (z. B. 30 €), Betrag pro Einsatz und Gesamtsumme (z. B. 4 Std × 30 € = 120 €).
  • Unterschrift des Klienten: BestĂ€tigung, dass die Leistungen so erbracht wurden.
  • Ggf. Abtretungsklausel (wenn du direkt mit der Kasse abrechnest).

Beispiel aus deinem Szenario: April 2026, 4 Stunden Ă  30 € = 120 € – liegt innerhalb des Monatsbudgets von 131 €, also vollstĂ€ndig aus Entlastungsbetrag erstattungsfĂ€hig (wenn sonst nichts verbraucht wurde). Abrechnungsintervalle: Üblich ist monatlich (alle April-Leistungen auf einem Formular). Wöchentlich oder pro Termin geht theoretisch auch, ist aber unnötig viel Papier/Verwaltung. Rechtlich wichtig ist nur: Jahres-/Übertragsfristen einhalten (z. B. Vorjahresbudget bis 30. Juni Folgejahr). Versandwege: Klassisch: Post mit Originalunterschrift. Viele Kassen akzeptieren inzwischen PDF per E-Mail oder Upload im Online-Portal, besonders bei großen Kassen (AOK, TK, Barmer, DAK). GrĂ¶ĂŸere Dienste nutzen DTA (DatentrĂ€geraustausch) – ein elektronisches Abrechnungsverfahren, das aber fĂŒr Solos meist Overkill ist.

6. AbtretungserklĂ€rung: Direkt mit Kasse abrechnen oder ĂŒber den Klienten?

Es gibt zwei Varianten, wie du dein Geld bekommst:

  • Kostenerstattung: Klient zahlt dich (z. B. 120 €). Reicht Leistungsnachweis + Rechnung bei der Pflegekasse ein. Kasse erstattet dem Klienten bis zur Höhe des verfĂŒgbaren Entlastungsbetrags.
  • AbtretungserklĂ€rung (du rechnest direkt mit der Kasse): Klient unterschreibt eine Abtretung: „Ich trete meinen Anspruch aus dem Entlastungsbetrag gegen die Pflegekasse in Höhe der Leistungen an Dienst XY ab.“ Du schickst Leistungsnachweis + Abtretung an die Pflegekasse. Die Kasse ĂŒberweist direkt an dich.

Laufzeit der Abtretung: Abtretungen können fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum formuliert sein (z. B. „fĂŒr alle Leistungen im Kalenderjahr 2026“ oder „bis Widerruf“). Verbraucherzentralen warnen vor zu pauschalen/zeitlich unbegrenzten Abtretungen, weil das Missbrauch erleichtert und den Klienten die Kontrolle ĂŒber den Entlastungsbetrag nehmen kann.

In der Praxis sinnvoll: Eine klar begrenzte, widerrufbare Abtretung (z. B. „fĂŒr Leistungen von Dienst XY im Kalenderjahr 2026“). Trotzdem pro Abrechnungszeitraum (Monat) einen Leistungsnachweis mit aktueller Unterschrift, damit eindeutig ist, welche Stunden tatsĂ€chlich stattgefunden haben.

7. Unterschiede zwischen BundeslĂ€ndern und Kassen – was du wirklich wissen musst

Die wichtigsten Unterschiede liegen nicht bei den Kassen, sondern bei den BundeslÀndern:

  • Anerkennung & Qualifikation: Welche Behörde zustĂ€ndig ist (Bezirksregierung, Landesamt, Senat usw.). Wie viele Unterrichtsstunden Qualifizierung nötig sind. Ob und wie Nachbarschaftshilfe möglich ist.
  • StundensĂ€tze & Limits: Nachbarschaftshilfe z. B. in einigen LĂ€ndern max. 5–10 €/Std., professionelle Dienste 25–35 €/Std. – variiert deutlich. Begrenzung der maximalen Stunden pro Monat oder maximalen JahresbetrĂ€ge pro Helfer.

Bei den Kassen sind die Unterschiede eher „kosmetisch“:

  • Welche Formulare sie bevorzugen (Landesstandard vs. eigener Vordruck).
  • Welche Versandwege erlaubt sind (nur Post oder auch E-Mail/Portal).
  • Wie schnell sie bearbeiten (meist 3–6 Wochen).

Tabelle 1: Bundesland-spezifische AZUA-ModalitÀten (2026)

Bundesland Anerkennungsbehörde Nachbarschaftshilfe möglich? Max. Stundensatz (NBH) Max. Stundensatz (Profi) Qualifikation erforderlich Registrierung / Formular Besonderheiten
Baden-WĂŒrttemberg Sozialministerium / Landkreise ✅ Ja ca. 5–12 €/Std. ca. 25–30 €/Std. Erste-Hilfe-Kurs (max. 5 J. alt); max. 520 €/Monat Einkommen; max. 2 PflegebedĂŒrftige Online bei Landkreis Einzelhelfer-Anerkennung vereinfacht; starke Förderung Ehrenamt
Bayern Landesamt fĂŒr Pflege (LFP) ✅ Ja ≀ 85 % Mindestlohn (ca. 10 €/Std.) ca. 28–32 €/Std. § 87b-/Betreuungskurs oder gleichwertig; ca. 20 UE Qualifizierung Online-Registrierung beim LFP Pflegebegleiter-Konzept; familienentlastende Dienste; Förderung bis ca. 3.000 €/Jahr
Berlin Senatsverwaltung Pflege ✅ Ja ca. 8–12 €/Std. ca. 30–35 €/Std. Pflegekurs § 45 SGB XI oder ca. 20 UE; Konzept bei TrĂ€gern Antrag bei Senatsverwaltung, Formulare online Fokus Demenzbetreuung; Gruppenangebote; strenge QualitĂ€tsprĂŒfung
Brandenburg MSGIV / Landesbehörde ❌ meist nur ĂŒber TrĂ€ger — ca. 22–28 €/Std. TrĂ€gergebunden; § 87b-/Betreuungskurs Anerkennung fĂŒr TrĂ€ger Einzelpersonen-Nachbarschaftshilfe im Aufbau
Bremen Dienstleistungszentren (DLZ) ❌ nur ĂŒber TrĂ€ger — ca. 20–25 €/Std. Schulung ĂŒber DLZ / TrĂ€ger Vermittlung ĂŒber DLZ Keine direkte Einzelregistrierung; TrĂ€ger-Monopol
Hamburg Servicestelle Nachbarschaftshilfe HH ✅ Ja ca. 10–12 €/Std. ca. 28–32 €/Std. Qualifizierungskurs ca. 20 UE; Erste Hilfe; Haftpflicht Online-Registrierung Helfer + PflegebedĂŒrftiger Digitales System; gemeinsame Registrierung von Helfer und Klient
Hessen RegierungsprĂ€sidien ✅ Ja ca. 8–10 €/Std. ca. 25–28 €/Std. Pflegekurs § 45 SGB XI; Konzept fĂŒr TrĂ€ger Antrag beim zustĂ€ndigen RegierungsprĂ€sidium Vereinfachte Anerkennung fĂŒr Einzelpersonen; Berufsqualifikation relevant
Mecklenburg-Vorp. Landesamt Soziales ✅ Ja ca. 8–10 €/Std. ca. 22–26 €/Std. Nachbarschaftshelferkurs (z. B. 8 UE), Aufbaukurs alle 3 Jahre Registrierung ĂŒber Pflegekasse des PflegebedĂŒrftigen Max. ca. 30 Std./Monat pro Helfer; Sammelhaftpflicht des Landes
Niedersachsen Landesamt Soziales / Pflegekassen ✅ Ja ca. 5–10 €/Std. ca. 25–30 €/Std. Qualifizierung (ca. 20 UE, nachholbar); FĂŒhrungszeugnis Registrierung bei Servicepunkten / Landesamt Max. ca. 3.000 €/Jahr pro Helfer; max. 2 Betreute; AZUA-Förderrichtlinie
Nordrhein-Westfalen Bezirksregierung (AnFöVO) ✅ Ja ca. 8–12 €/Std. ca. 25–30 €/Std. § 87b-/Betreuungskurs (mind. 40 UE); Konzept fĂŒr TrĂ€ger Antrag bei Bezirksregierung, teils Online-Portal Sehr detaillierte Leistungsbeschreibungen und QualitĂ€tsanforderungen
Rheinland-Pfalz Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ✅ Ja max. 520 €/Monat (Einkommensgrenze) ca. 25–28 €/Std. Erste-Hilfe-Kurs; max. 2 PflegebedĂŒrftige Antrag bei ADD Trier Wie BW: max. 520 € Monatseinkommen aus TĂ€tigkeit; vereinfachte Einzelanerkennung
Saarland Ministerium fĂŒr Soziales ✅ Ja ca. 8–10 €/Std. ca. 23–27 €/Std. Pflegekurs § 45 SGB XI; Konzept Antrag beim Ministerium Kleine Struktur, wenige Anbieter; Ähnlichkeit zu RLP
Sachsen Pflegekasse des PflegebedĂŒrftigen ✅ Ja max. ca. 10 €/Std. ca. 22–28 €/Std. Nachbarschaftshelferkurs; Aufbaukurs alle 3 Jahre; FĂŒhrungszeugnis ErklĂ€rung + Registrierung bei Pflegekasse Max. ca. 40 Std./Monat; Sammelhaftpflicht des Landes bei niedriger VergĂŒtung
Sachsen-Anhalt Landesamt Soziales / Servicepunkte ✅ Ja ca. 5–10 €/Std. ca. 23–26 €/Std. Qualifizierung (ca. 20 UE, nachholbar); max. 2 Betreute Registrierung bei Servicepunkten Max. ca. 3.000 €/Jahr pro Helfer; Nachbarschaftshilfe-Portal
Schleswig-Holstein ZustĂ€ndige Stelle nach Landesrecht ✅ Ja ca. 8 €/Std. ca. 24–28 €/Std. Kurzschulung (z. B. 8 UE, nachholbar); Aufbaukurs alle 3 Jahre Registrierung bei zustĂ€ndiger Stelle Max. ca. 30 Std./Monat; Haftpflicht obligatorisch
ThĂŒringen Pflegekasse des PflegebedĂŒrftigen ✅ Ja max. ca. 10 €/Std. ca. 23–27 €/Std. Nachbarschaftshilfe-Kurs (kostenlos ĂŒber Kassen) Registrierung bei Pflegekasse Kurs kostenlos; WohnortnĂ€he/Hausbesuche im Nahbereich

Tabelle 2: Kassen-/Verbands-spezifische AbrechnungsmodalitÀten Entlastungsbetrag (2026)

Kasse / Verband Formular-Typ Versandwege DTA (elektronisch) Besonderheiten Abrechnung Online-Portal Bearbeitungszeit
AOK (diverse) Landes-Standardformulare, teils AOK-eigene Post, E-Mail (PDF), teils Portal ✅ ja Direkte Abrechnung mit Abtretung möglich; Kostenerstattung Standard; regionale Unterschiede „Meine AOK“ ca. 4–6 Wochen
Barmer Landesformulare + Barmer-Vordrucke Post, E-Mail (PDF) ✅ ja Abtretung pro Abrechnung; Umwidmung bis 40 % Sachleistung „Meine Barmer“ ca. 4–6 Wochen
TK TK-eigene Rechnungsvordrucke + Landesform. Post, Online-Portal ✅ ja Quittung mit Datum, Umfang, Stundenzahl; strikte Formvorgaben NBH „Meine TK“ ca. 3–5 Wochen
DAK-Gesundheit Landesformulare; DAK-Infos Post, DTA ✅ ja DTA-Abrechnung deutlich schneller; mehrere regionale Postadressen DAK-Onlineportal ca. 2–6 Wochen
IKK (diverse) Landesformulare; teils IKK-eigene Post, teilweise E-Mail ⚠ teils Entlastungsbetrag wie gesetzlich; Zusatzleistungen separat KassenabhĂ€ngig ca. 4–8 Wochen
BKK (diverse) Landesformulare Post, teilweise E-Mail ⚠ kassenabhĂ€ngig Unterschiede meist nur bei Formularen KassenabhĂ€ngig ca. 4–6 Wochen
Knappschaft Landesformulare + Knappschaft-Vordrucke Post, E-Mail (PDF) ⚠ eingeschrĂ€nkt Abtretung regelmĂ€ĂŸig mitzusenden Knappschaft-Portal ca. 4–6 Wochen
vdek-Verband Koordiniert Ersatzkassen wie Mitgliedskasse ✅ ja Vereinheitlichte Richtlinien zur Abrechnung Je Kasse wie jeweilige Kasse

8. Wie dich die PEAR‑APP im Alltag, bei Leistungsnachweisen und bei der Abrechnung entlastet

SpĂ€testens jetzt merkst du: Ohne System geht hier eigentlich gar nichts. Genau an der Stelle kommt unsere eigene Branchenlösung ins Spiel. Die PEAR‑APP ist so gebaut, dass sie den kompletten Weg von „Termin durchfĂŒhren“ bis „Rechnung mit Leistungsnachweis an die Kasse schicken“ sauber, AZUA‑konform und möglichst stressfrei abbildet.

8.1 Dokumentation: Einsatzberichte direkt aus den echten Einsatzzeiten

Die Basis fĂŒr alles schaffst du bereits, wĂ€hrend du die Termine deiner Klienten mit PEAR planst. Hierbei gibst du die geplanten TĂ€tigkeiten bereits an, um perfekt planen zu können und um die Grundlage fĂŒr die spĂ€tere Dokumentation zu – bei der Dokumentationserstellung klickst du unkompliziert durch, welche geplanten TĂ€tigkeiten du wirklich durchgefĂŒhrt hast - also das, was du bei einem Termin wirklich getan hast. Danach entsteht die Dokumentation per Klick automatisch.

  • In der PEAR-APP gibt es eine eigene Übersicht fĂŒr alle Dokumentationen (Einsatzberichte), sortier- und filterbar nach Status wie „Entwurf“, „Freigegeben“, „Abgerechnet“ oder „Archiviert“ und natĂŒrlich nach Klient:in.
  • Zu jedem Termin kannst du im Detail festhalten, was du gemacht hast (z. B. „Spaziergang + Einkauf + gemeinsame Mahlzeitenzubereitung“) und ergĂ€nzende Notizen hinzufĂŒgen.
  • Das besonders Wichtige: Die Arbeitszeit fĂŒr die Abrechnung kommt nicht aus der Luft, sondern wird automatisch aus den Ist-Zeiten des Termins generiert.
  • Du startest den Termin in der App, wenn du bei der Person ankommst.
  • Du beendest den Termin, wenn du gehst.
  • PEAR schreibt daraus manipulationssichere Start-/Endzeiten und berechnet die Stunden.

Damit hast du gleichzeitig: eine saubere, rechtssichere Grundlage fĂŒr Leistungsnachweise und Rechnungen und einen automatischen Arbeitszeitnachweis fĂŒr dich selbst bzw. dein Team.

8.2 Leistungsnachweis & Unterschrift: Die Rechnung IST der Leistungsnachweis

FĂŒr die Abrechnung ĂŒber den Entlastungsbetrag verlangen die Pflegekassen einen formellen Leistungsnachweis mit Datum, Uhrzeit, Dauer, Art der Leistung, BetrĂ€gen und Unterschrift des Klienten. PEAR löst das so, dass du nicht doppelt Papierkram machen musst:

  • Leistungsnachweis und Rechnung sind in PEAR ein und das selbe Dokument. Bei jedem Termin fĂŒhrst du deinen Leistungsnachweis und lĂ€sst ihn dir zum Abrechnungszeitpunkt vom Klienten unterschreiben
  • Am Abrechnungstermin erstellt PEAR aus dem Dokument mit den Leistungsnachweisen die komplette Rechnung.
  • Jede Zeile in der Rechnung enthĂ€lt die Daten der Leistungsnachweise der entsprechenden Termin, die automatisch berechnete Dauer, den passenden Leistungstyp (z. B. „Alltagsbegleitung gem. § 45a SGB XI“), Stundensatz und Betrag.
  • Oben stehen die Stammdaten von dir/deinem Dienst und vom Klienten – inklusive Pflegekasse und Versichertennummer.
  • Am Ende der Rechnung steht der gesetzlich geforderte BestĂ€tigungstext, den der Klient unterschreibt: SinngemĂ€ĂŸ: „Ich bestĂ€tige, dass die oben genannten Leistungen in diesem Zeitraum erbracht wurden
“ Optional kombiniert mit einer AbtretungserklĂ€rung, wenn du direkt mit der Pflegekasse abrechnen sollst.

Unterschrieben wird das Ganze in PEAR digital:

  • In der RechnungsĂŒbersicht gibt es den Button „Signieren lassen“.
  • Ein modales Fenster öffnet den offiziellen BestĂ€tigungs-/Abtretungstext plus ein Signaturfeld (HTML5-Canvas).
  • Der Klient unterschreibt direkt auf dem Tablet, mit Stift oder Finger.
  • Die Unterschrift wird als Bild (Base64) sicher an der Rechnung gespeichert und spĂ€ter automatisch in das PDF eingebettet.

Ergebnis: Du hast einen vollstĂ€ndigen Leistungsnachweis mit digitaler Original-Signatur – und musst keine extra Papierlisten mit dir rumschleppen.

8.3 Rechnungen, StundensĂ€tze & PDF-Export: „Die Knaller-Rechnung“

Am Ende des Abrechnungszeitraums bĂŒndelt PEAR alle freigegebenen EinsĂ€tze eines Klienten zu einer Rechnung:

  • Bundesland-abhĂ€ngige Stundensatz-PrĂŒfung: Jeder Begleiter ist einem Anerkennungs-Bundesland zugeordnet. PEAR kennt die jeweils zulĂ€ssigen HöchstsĂ€tze. Wenn du drĂŒber liegst, bekommst du eine Warnung.
  • Rechnungsnummern ohne Glaskugel-Effekt: Intern deterministisch aus Begleiter-ID etc. zusammengesetzt (z. B. 16.2026.04.21.01).
  • Premium-PDF als Endprodukt: Enthalten sind dein Logo, korrekte Absenderadresse, alle Klientendaten, die Leistungsnachweis-Tabelle, BestĂ€tigungstext mit Unterschrift und QR-Code.
  • Status im Blick: Jede Rechnung hat einen klaren Status („Offen“, „ÜberfĂ€llig“, „Bezahlt“).

Kurz gesagt: Du musst nicht mehr ĂŒberlegen, ob dein selbst gebasteltes Word-Dokument „irgendwie hoffentlich den Kassenanforderungen entspricht“. PEAR nimmt dir diese Denkarbeit ab. Und das Tolle fĂŒr dich – dieser Leistungsumfang ist bereits in allen PEAR-Abo-Modellen enthalten, genau wie unsere KI-gestĂŒtzten Features, bspw. unserer intelligenten Terminplanung fĂŒr optimale Routen und minimale Leerzeiten.